Bitte beachte, dass die aktuelle Situation für verlängerte Bearbeitungs- & Lieferzeiten sorgt

Yoga Basic - Was ist eigentlich Yoga und wo kommt es her?

Wo kommt Yoga eigentlich her? Kommt Yoga ursprünglich aus Indien? Und hat das Yoga das wir in Studios, Fitness Studios und Volkshochschulen angeboten bekommen noch etwas mit dem ursprünglichen Sinn von Yoga zu tun? Oder handelt es sich nur um eine vorübergehende Trendsportart mit Esoterik-Hauch? 

Wenn man online nach dem Begriff „Yoga" sucht findet man Begriffe wie „philosophische Lehre“, Ayurveda, Vinyasa Flow, Hatha Yoga Flow, Meditation, Ashtanga oder Asanas. Man wird überflutet von neuen und interessanten Informationen die man nicht sofort einordnen kann und eine Orientierung fällt auch dem Interessierten oft schwer.

 

Was ist Yoga?

Yoga ist kurz gefasst eine philosophische Lehre die geistige und körperliche Übungen umfasst. Das Wort Yoga bedeutet in Sanskrit „Vereinigung“ oder „Integration“ und beschreibt das Ziel von Yoga: Eine Zusammenführung von Körper und Geist - dem Einswerden mit dem Bewusstsein.

 

Wie ist Yoga entstanden?

Yoga wurde bereits vor 5000 Jahren in Indien entwickelt. Ungefähr 700-400 v. Chr. wurde Yoga erstmalig in philosophischen hinduistischen Schriften erwähnt. Damit wird Yoga länger praktiziert als das Christentum existiert. Yoga und die Yoga Philosophie entstanden aus dem Hinduismus und Teilen des Buddhismus. Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg in den beiden Religionen um durch Meditation den Weg zur Erleuchtung zu finden.

Heute versteht man unter Yoga einen ganzheitlichen Ansatz um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Durch einen kontrollierten Atem und Konzentration soll das Zusammenspiel dieser Elemente verbessert werden. Obwohl Yoga seine Wurzeln im Hindusimus und Buddhismus hat und den Weg zur Erleuchtung bringen sollte wird Yoga heute religionsübergreifend praktiziert und verbindet Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und Religion.

Als Vater des Yoga erkennen heute vielen den indischen Gelehrten Patanjali an. Er hat 200- 400 v. Chr. in den jüngeren Versionen der heiligen Schriften des Hinduismus - den Puranas überlieferte Yoga Lehren zusammengefasst. Er gilt als Verfasser des Yogasutra- dem klassischen Leitfaden des Yoga. Das Yogasutra umfasst 196 kurze Verse (Sutras) in denen die Essenz des Yoga zu finden ist.

Im Yogasutra wird Yoga als achtgliedriger Weg dargestellt, diese Form wird auch Ashtanga Yoga genannt. Alle acht Glieder des Yoga bilden eine Einheit und stellen einen ganzheitlichen Übungsweg dar, bei dem die verschiedenen Disziplinen zusammen wirksam werden. Als letztendliches Ziel des Yogaweges wird Samadhi genannt, die völlige Ruhe des Geistes.

Die 8 Glieder sind:

Yama - Moral, Ethik

Niyama - Selbstdisziplin

Asana - Yogastellungen, körperliche Disziplin

Pranayama - Kontrolle des Atems

Pratyahara - Rückziehen und Beherrschung der Sinne

Dharana - Konzentration

Dhyana - Meditation

Samadhi - Versenkung, Verwirklichung des höheren Selbst

 

Was ist das Ziel von Yoga?

Der 2. Vers des Yogasutra gibt das Ziel des Yogas wieder:

„Yoga ist jener innere Zustand, in dem die seelischen -geistigen Vorgänge zur Ruhe kommen.“

Hier schließt sich der Kreis zur heutigen Zeit. Obwohl diese Schriften mehrere tausend Jahre alt sind ist dieser Vers aktueller denn je. Jeder von uns kennt die Gedanken die immer kreisen, man rennt von einem Termin zum nächsten und ist mit dem Kopf immer bei anderen Dingen die man noch zu erledigen sind. Die Welt dreht sich heute nicht schneller aber durch die Informationsfluss, ununterbrochene Kommunikation und immer höhere Anforderungen an uns selber sind wir alle „Rastlos“. Es ist leicht gesagt, dass man „Abschalten“ oder „Innehalten“ soll. Man versteht diese Worte und versucht zur Ruhe zu kommen, aber oft fehlt die Methode um tatsächlich Ruhe zu finden, den die Gedanken beginnen bereits wieder zu kreisen. Und genau diese Methode gibt uns Yoga. Niemand wird nach der ersten Yoga Stunde seine Gedanken kontrollieren können aber jede Yoga Einheit kann uns einen Schritt näher auf dem Weg bringen zur Ruhe zu kommen.

 

Wer kann Yoga praktizieren?

Yoga kann von jedem geübt werden - allerdings nur unter der Voraussetzung, das man sich darauf einlässt. Wenn man mit einer offenen Einstellung auf die Matte geht, wirkt Yoga vom ersten Moment an, in dem man zum ersten mal einen bewussten, tiefen Atemzug nimmt.

Es haben sich mittlerweile sehr viele unterschiedliche Yoga Traditionen entwickelt, die unterschiedliche Aspekte der Übungspraxis betonen. Deswegen kann jeder die richtige Richtung für sich finden - egal ob sanftes Yoga, therapeutisch ausgerichtetes Yoga, klassisches Yoga oder auch Yoga speziell für Schwangere oder Senioren.

Im Yoga schliessen sich verschiedene Schulen nicht gegenseitig aus. Verschiedene Arten und Ausprägungen existieren friedlich nebeneinander. Es wird akzeptiert, dass alle Menschen unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse an die Yoga Praxis stellen und deswegen werden so vielfältige und unterschiedliche Techniken und Methoden der Yogapraxis angeboten.

Wer mit Yoga anfängt wird manchmal von der vielfältigen Auswahl an Yoga Richtungen regelrecht erschlagen. Deswegen hilft nur Eines: alles ausprobieren. Denn es gibt keinen richtigen oder falschen Übungsstil, sondern nur Stile, die für dich eher günstig und förderlich oder nicht förderlich sind!

Yoga soll dir immer gut tun und dir Spaß und Freude machen. Die Yoga-Praxis funktioniert mit Disziplin, aber ohne Zwang. Im Yoga ist alles darauf ausgelegt, dass du durch jede Yogastunde weiter zur Expertin für deinen Körper, deinen Geist und dein Wohlbefinden wirst.

 

Yoga aus unserer Sicht...

Yoga ist nach wie vor ein Weg um voll und ganz zu seinem Inneren zu finden. Man lernt seinen Körper neu kennen, entwickelt sich weiter und lernt was es bedeuten kann im"Hier und Jetzt" zu sein. Man lernt seine Bewegungen und die Atmung in Einklang zu bringen und was dem eigenen Körper gut tut und was er braucht. Natürlich wird man all diese Erkenntnisse nicht nach der ersten Yogastunde erlangen aber darum geht es auch gar nicht - es geht beim Yoga nicht immer darum perfekt zu sein, sondern Schritt für Schritt den Weg zu gehen.

Während früher die Körperübungen/Asanas nur aus dem Grund geübt wurden, um den Geist ruhiger werden zu lassen, sich zu fokussieren um dann stundenlang in der Meditation zu verweilen, findet man heutzutage eher die Asanapraxis als Methode um für die Gesundheit des Körpers zu sorgen.

Yoga befindet sich momentan im Umbruch. Neue Yoga Richtungen entwickeln sich, neue junge Yogalehrer lassen sich ausbilden und viele junge Menschen entdecken Yoga für sich. In Amerika ist Yoga schon längst eine Sportart für die Masse während der Boom in Deutschland gerade erst beginnt. Yoga hat ganz oft einen Ruf von Räucherstäbchen und Ökolifestyle aber dieser modernisiert sich gerade. Ja, durch die Yoga Praxis findet man mehr zu sich selber und beginnt automatisch Dinge zu hinterfragen. Mit dem Gefühl dafür was dem Körper gut tut steigt auch das Bewusstsein dafür was dem Geist gut tut. Man ändert sein Konsum verhalten, konsumiert nachhaltiger, ernährt sich bewusster, wird spiritueller... Aber - das ist kein Muss.

Moderne Yogis vereinen Yoga mit Kraftsport, trinken goldene Kurkuma Latte und gönnen sich trotzdem Mal den ein oder anderen alkoholischen Drink. Yoga wird trotz seines religiösen und spirituellen Ursprungs ein wenig mehr zur Sportart. Jeder sollte durch Yoga die Lebensfreude spüren können, die man erhält wenn man durch Yoga seine Gesundheit verbessern kann, Rückenschmerzen los wird, seinen Körper und seine Grenzen kennen lernt und mehr zu seinem Inneren findet.